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Mittwoch, 5. Februar 2025

Buchrezension #322: Campbell Jefferys - Balaclava [unbezahlte Werbung]

 Für 'Balaclava' habe ich jetzt tatsächlich knappe 3 Monate gebraucht, was zum einen an Seitenzahl und Formatierung, aber andererseits auch am Inhalt generell lag. Das Buch habe ich vor einiger Zeit via lovelybooks zur Rezension erhalten.

KLAPPENTEXT: Klimawandel. Wassermangel. Überfüllte Städte. Ökonomische Ungleichheiten. Geringe Chancen. Arbeitslosigkeit. Politiker, die sich nur um die oberen 1% kümmern.

Die Menschen sind wütend und die Welt ist in Aufruhr. Millionen Menschen sind bereit, für den Wandel, den sie sich wünschen, zu kämpfen.
Alles, was sie brauchen, ist ein Anführer.

KOMMENTARE: -

Verlag: Rippple Books | Seiten: 536 | Preis: 24,00€ als TB | Genre: Polit-Thriller | Ersterscheinungsjahr: 2024 | Originaltitel: Balaclava




INHALT: Mara lebt in Berlin und ist Polizistin. Doch sie ist ihren Job leid. Tag für Tag gibt es Ausschreitungen, ihre männlichen Kollegen sind übergriffig und dann taucht auch noch ein Video von einem mittlerweile verstorbenen Polizisten auf, welches seine letzten Momente darstellt. Darauf ist der Tatverdächtige zu sehen und Mara erkennt Ant, ihren Bruder. Kurz darauf erhält sie die Möglichkeit, den Tatverdächtigen als verdeckte Ermittlerin aufzuspüren und zieht kurzerhand nach Hamburg, wo sie fortan für Christopher Percival arbeitet. Doch schnell wird Mara in die Untiefen der Protestgruppe Circus gezogen und ist darum bemüht, nicht aufzufliegen.

MEINE MEINUNG: Zunächst mal kommen wir zu ein paar formellen Problemen: Das Buch ist ziemlich klein geschrieben, zudem ist der Zeilenabstand wirklich mini und auch der Abstand zum Rand. All das macht das Lesen wirklich sehr anstrengend und zumindest ich habe mich daran erst nach ca. der Hälfte des Buches gewöhnt. Zudem ist ab und an die Übersetzung nicht ganz rosig und mir sind während des Lesens insgesamt 10-11 Seiten einfach entgegen gekommen. All das hat mein Leseerlebnis natürlich nicht verbessert und ich bin ziemlich langsam voran gekommen (wofür auch die 3 Monate Lesezeit sprechen). Zudem ist das Buch bis ca. Seite 350 nicht wirklich spannend gewesen und ich konnte es problemlos tage- oder wochenlang weglegen.
Hinzu kommt auch noch, dass der Klappentext sofort ein typisches Bild in meinem Kopf gezeichnet hat, das mir unheimlich gut gefällt, mit dem Inhalt des Buches aber eigentlich nichts zu tun hatte, was der Leselust ebenfalls einen Dämpfer versetzt hat.
Die Protagonisten mochte ich gerne, vor allem Mara war mit ihren durchweg sehr ironischen und sarkastischen Äußerungen und ständigen Witzen, die manchmal auch ein wenig unangebracht waren, mein absoluter Liebling, sowas muss man aber natürlich mögen. Selten habe ich bei einem Buch so oft geschmunzelt, aber leider auch häufig die Augen verdreht, denn es gab viele Unstimmigkeiten, die mir und auch einigen Leuten in der Leserunde aufgefallen sind (Beispielsweise war Mara früher im Jugendknast, ist jetzt aber Polizistin. Ja, das wird zum Ende hin erklärt, ist für mich aber immer noch unrealistisch und erklärt trotzdem nicht, wie sie innerhalb ca. eines halben Jahres ihre komplette Ausbildung abschließen konnte.). Manches blieb leider auch bis zum Ende ungeklärt (ich möchte jetzt nicht spoilern und gehe deshalb auch nicht weiter darauf ein, aber das war für mich der spannendste Aspekt). Zudem war die Spannung, wie schon gesagt, ewig nicht präsent. Dann gab es einen sehr interessanten und actionreichen Abschnitt, der aber sehr abrupt und konstruiert endete und das Ende des Buches war wiederum unlogisch, nicht sehr interessant und dementsprechend auch nicht befriedigend. 
Wie auch einige andere in der Leserunde gesagt haben: der Autor hatte wirklich tolle Ideen, aber alle zusammen waren einfach zu viel und zu verworren und haben leider kein stimmiges, ganzes Bild ergeben.

FAZIT: Eine spannendes Buch, die Umsetzung gefiel mir leider nicht so gut.




Mögt ihr Polit-Thriller?



Dienstag, 11. Juli 2023

Buchrezension #285: Heiko von Tschischwitz - Die Welt kippt [unbezahlte Werbung]

 Endlich konnte ich mal wieder eines meiner Reziexemplare beenden. Für den ersten Teil der 'Welt der Schwerter'-Reihe habe ich tatsächlich über einen Monat gebraucht, das lag aber vor allem daran, dass ich einfach nicht sonderlich viel gelesen habe, ich hab auch nicht wirklich die Zeit dazu gefunden.

KLAPPENTEXT: Tessa Hansen hat ihr Leben dem Kampf gegen die Klimakatastrophe verschrieben. Als sie die Silicon Valley­Investorin Shannon O’Reilly kennenlernt, findet sie in dieser wider Erwarten eine Gleichgesinnte. Doch Tessa erkennt bald, dass Shannon keine Skrupel hat, wenn es darum geht, das Klima zu schützen ... Unterdessen treibt China ein eigenes Vorhaben gigantischen Ausmaßes voran, das die handlungsunfähigen westlichen Demokratien vor Rätsel stellt. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, und bald muss sich Tessa die Frage stellen, was sie bereit ist, für ihre Überzeugungen zu opfern.


ERSTE SÄTZE: Mit schlaff von sich gestreckten Beinen saß sie auf dem Boden, den Rücken gegen den Zaun gelehnt, den Blick abwesend in die Nacht gerichtet. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen war sie in mehrere Decken gehüllt. Und dennoch quälte sie ein fortwährender Schüttelfrost. Warum, war ihr natürlich klar: Ihr Stoffwechsel hatte sich umgestellt, um den Kalorienverbrauch ihres Körpers zu drosseln.


KOMMENTARE: 
"Ein Roman, der brisante Fragen zu den großen Herausforderungen unserer Zeit stellt."
-Wolfram Fleischhauer-

Verlag: List | Seiten: 472 | Preis: 13,99€ als eBook, 27,88€ als HB, 16,99€ als PB | Genre: Politthriller, wissenschaftlicher Thriller | Ersterscheinungsjahr: 2022 | Originaltitel: Die Welt kippt




INHALT: Tessa Hansen ist eine deutsche Klimaaktivistin und DAS Aushängeschild für die junge Klimabewegung. Um ihre Ziele durchzusetzen, ist ihr jedes Mittel recht und so hungert sie sich fast zu Tode. Jahre später trifft sie bei einer Talkshow Shannon O'Reilly, eine Unternehmerin, die sich für allerlei Klimaprojekte einsetzt, kennen und lieben. Zunächst scheint die Kluft zwischen beiden bezwingbar, doch nach und nach zeigt sich, dass sie zwar dasselbe Ziel verfolgen, aber Tessa mit den Methoden, die Shannon anwendet,  schon bald nicht mehr einverstanden ist. Diese ist der Meinung, dass die Klimakrise ausschließlich durch die Zusammenarbeit mit China abgewendet werden kann und wenn man der Vorhersage des neuen Klimarechners Minerva glauben schenken darf, gibt es wirklich keine andere Möglichkeit mehr...

MEINE MEINUNG: Generell liebe ich ja wissenschaftliche Thriller und auch Bücher, in denen es um verheerende Auswirkungen aufgrund des Klimawandels geht, finde ich spannend. Der Schreibstil war gut und flüssig, mir ist die Geschichte aber doch etwas zu sehr dahingeplätschert. Es gibt immer wieder kurze Momente, die spannend sind und durch die man hofft, dass der Spannungsbogen etwas erhöht wird, doch so richtig viel passiert leider nicht. Selbst zum Ende hin, das doch sehr abrupt kommt, gibt es keinen wirklich krassen Plottwist und das Buch ist dann einfach vorbei. Zudem muss ich tatsächlich sagen, dass es sich hier weniger um einen wissenschaftlichen als eher um einen Politthriller handelt, wodurch ich zwar durchaus etwas gelernt habe, eine wissenschaftlichere Richtung hätte ich allerdings deutlich spannender gefunden.

FAZIT: Ein spannendes Thema, das leider zu viel Wert auf politische Verstrickungen legt.



Lest ihr gerne politische Bücher?